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ZORNGEBETE von Saphia Azzeddine

  1. Eine tragikomische Emanzipationsgeschichte aus dem Maghreb: Der Alltag ist schmutzig und elend, das Glück schmeckt nach Granatapfeljoghurt, und Jbara spricht mit Allah – wütend und demütig, klagend und dankbar, poetisch und vulgär für den Fall, dass er doch nicht alles sieht und nicht versteht, warum sie so weit gehen konnte. Klappentext Verlag

ZORNGEBETE ist nicht nur ein provozierender Text, er ist angesichts der Lebensumstände der Heldin auch mutig, empörend, aufrüttelnd.
Die Sprache wechselt von raffinierter Beiläufigkeit zu schroffer Direktheit, gepaart mit sozusagen tiefen-philosophischer Komik: Humor ist, wenn sie trotzdem lacht.

Verlag: Gustav Kiepenheuer Bühnenvertriebs-GmbH, Berlin
Übersetzung: Sabine Heymann

Künstlerische Leitung

Andreas Büettner
Regie

Regisseur

  • Andreas Büettner
    Regie

Besetzung

Mira Leibold
Jbara
  • Mira Leibold
    Jbara

Galerie

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Pressestimmen

Wo arm sein stinkt und nach Granatapfel schmeckt

"Zorngebete" als Premiere im Theater Ensemble
Würzburg

Ein beiges Sofa und ein Paar Glitzerschuhe - mehr ist es nicht, das die Bühne im Theater Ensemble bei der Premiere von "Zorngebete" in die nordafrikanische Einöde verwandelt.
Mira Leibold ist "Jbara" - ein junges Hirtenmädchen mit lockigem Haar - gehorsam aber gewitzt, illusionslos aber voller Träume. Und die muss man haben, hier, im Maghreb, wo man "nie erzogen, sondern nur angeschnauzt und herumgeschubst wird". Jbara findet ihre kleinen Glücksmomente in kurzen Stelldicheins mit einem Hirtenjungen, für die sie mit köstlichem Granatapfeljoghurt bezahlt wird.
"Ich werde keine Poesie reinlegen, wo keine Poesie ist!" mahnt sie gleich zu Beginn. Denn das Mädchen ist arm, und "arm sein stinkt nach Arsch". Aber da gibt es ja noch Allah, zu dem sie betet: Mal wütend, dann wieder freundlich und versöhnlich.
Alles was sie will: Eine Weggabelung, endlich weiterkommen im Leben. Und Allah hilft: Eines Tages fällt ein rosa Koffer vom Bus in den Wüstenstaub, und auf wundersame Weise wird aus der Schafhirtin Jbara bald die schöne Scheherazade.
"Wenn man nie eine Bedeutung hatte, hat man auch nichts zu verlieren."
Mira Leibold in ihrer Rolle, als "Jbara"
Was wie ein lustiges Märchen klingt, ist in Wahrheit die traurige Geschichte einer Emanzipation durch Prostitution. Der Roman "Zorngebete" von Saphia Azzeddine ist das kraftvolle Portrait einer Frau, die in einer patriarchalischen Gesellschaft mit Humor und Mut ihren Platz sucht und immer wieder an ihre Grenzen kommt. Ein Text, der aufwühlt, provoziert und sehr bewegt.
Darstellerin Mira Leibold stellt diese starke und gleichzeitig völlig gebrochene Frau so kraftvoll dar, dass man förmlich an ihren Lippen hängt. Man lacht mit ihr, wenn sie derbe und augenzwinkernd vom Leben als Nichts erzählt: "Wenn man nie eine Bedeutung hatte, hat man auch nichts zu verlieren!" Man ist den Tränen nahe, wenn sie, in rotes Bühnenlicht getaucht, in den leisen Zwiegesprächen mit Allah scheinbar doch nie die Hoffnung verliert. Man krampft innerlich, wenn sie schreit, weint, tobt - und man hat größten Respekt, dass eine so kleine Person es tatsächlich schafft, gut zwei Stunden lang das Theater mit einer Geschichte zu erfüllen, die nicht für zwei Leben reichen würde.
Regisseur Andreas Büettner inszeniert Jbaras Leben und Leiden in einer mitreißenden Dynamik, die nur wenige Monologe schaffen. Zur Premiere gab es nicht enden wollenden, minutenlangen Jubel.
MainPost, Kristina Deininger, 6.11.17

Termine

25. Dez, 17 Mo 20:00 Uhr
S t u d i o
15€ (ermäßigt 5€)
26. Dez, 17 Di 20:00 Uhr
S t u d i o
15€ (ermäßigt 5€)
27. Dez, 17 Mi 20:00 Uhr
S t u d i o
15€ (ermäßigt 5€)
15. Feb, 18 Do 20:00 Uhr
S t u d i o
15€ (ermäßigt 5€)
16. Feb, 18 Fr 20:00 Uhr
S t u d i o
15€ (ermäßigt 5€)
17. Feb, 18 Sa 20:00 Uhr
S t u d i o
15€ (ermäßigt 5€)
Karten und weitere Infos unter: 0931-44545