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DIE JUDENBANK von Reinhold Massag

Der schwerversehrte, einfache Dorfbewohner Dominikus Schmeinta darf eines Tages nicht mehr seine Lieblingsbank auf dem Bahnhof zu Ottersdorf benutzen. Es ist „seine Bank“, auf der er seit 20 Jahren sitzt und ein Schild „Nur für Juden“ verbietet ihm plötzlich die Nutzung.

Künstlerische Leitung

Norbert Bertheau
Produktion/ Regie

Theater-Chef, Regisseur, Produzent

  • Norbert Bertheau
    Produktion/ Regie

Besetzung

Herbert Hausmann
Dominikus Schmeinta
  • Herbert Hausmann
    Dominikus Schmeinta

Galerie

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Pressestimmen

Main Post

Eine Bank nur für Juden in einem fränkischen Nazi-Dorf

Das Würzburger theater ensemble bietet eine nachdenklich machende und gleichzeitig unterhaltsame Geschichtsstunde.

Ein guter Mensch ist, wer sich an Gebote und Verbote auf Schildern hält. Aber was nun, wenn auf einem Schild „Mord und Totschlag erlaubt„ steht? Derartige Gedanken macht sich der alte Dominikus Schmeinta, anno 1937 Bürger des Dörfchens Ottersdorf, im Stück „Die Judenbank„.

Theaterchef Norbert Bertheau hat den Monolog inszeniert und mit Herbert Hausmann, der in der Rolle des alten „Reichsfahrdienstbeobachters„ Schmeinta glänzt, ins Fränkische übertragen.

Es ist das zweite grosse Einpersonenstück des Theaters in dieser Spielzeit - und gleichzeitig eines, das angesichts der aktuellen Ereignisse trotz vieler amüsanter Momente einen bitteren Beigeschmack hat.

Denn es ist ein Schild an „seiner Bank„, das Dominikus zu schaffen macht: „Nur für Juden„. Eines Tages steht es da, wo der Alte sonst sitzt, um Züge und Fahrgäste zu zählen. Bloss, dass in ganz Ottersdorf kein Jude mehr lebt. Dort regiert Schmeintas Neffe, der leidenschaftliche Nazi Roman, als „Bürgermeisterführer„. Er ist es auch, den der Alte als ersten bittet, das Schild zu entfernen. In 27 Szenen wird die Geschichte in fränkischer Mundart erzählt, dabei schlüpft der 66-jährige Hausmann in die unterschiedlichsten Rollen: Von der Bäuerin über den halbwüchsigen Jungen bis hin zum Obersturmführer interagiert er immer wieder mit sich selbst.

Im kargen Bühnenbild, das einzig und allein die Bank als Dreh- und Angelpunkt zeigt, entsteht so das erstaunlich lebendige Porträt einer Dorfgemeinschaft zu einer Zeit, in der der „Kampf gegen die jüdische Weltverschwörung„ über allem steht. Aber was ist ein Jude überhaupt?, fragt sich Dominikus. „Was, wenn so ein Arier seit 1000 Jahren in China leben tät' - wär' er dann noch ein Arier oder schon ein Chinese?„ Dem Alten will die Logik nicht so recht klar werden, eines aber will er in jedem Fall: die Bank zurück. Also beschließt er, selbst Jude zu werden.

Hausmann spielt die Dorfbewohner mit großer Intensität und macht die „Judenbank„ in Zeiten von Pegida und Co. zu einem erschreckenden und dabei doch unterhaltsamen Stück Geschichtsstunde.

Karten und weitere Infos unter: 0931-44545